Die Parteiprogramme zum Thema ,,Bildung und Schule”

Liebe Schüler/ innen,

 anbei findet ihr Auszüge aus den Parteiprogrammen der jeweiligen Parteien zum Thema ,,Bildung und Schule“.  

  • Schreibt euch die zentralen Aussagen aus den jeweiligen Abschnitten heraus
  • Vergleicht die Programme der einzelnen Parteien miteinander (sucht euch dabei zwei Parteien – eurer Wahl – heraus, dessen Konzepte ihr gegenüberstellt)
  • Googelt die Begriffe ,,Turboabitur“ und ,,G8“
  • Simuliert ein Streitgespräch (jedes Gruppenmitglied vertritt dabei die Meinung einer Partei. Überlegt euch zudem Argumentationen, die eure Position stärken)

CDU

Die CDU verweist in ihrem Regierungsprogramm darauf, mit 3.500 zusätzlichen Lehrern und 2.100 zusätzlichen Referendaren “dem von Rot-Grün verursachten Unterrichtsausfall” ein Ende gesetzt zu haben. Mit dem neu eingeführten Projekt Unterrichtsgarantie Plus werde nun auch der kurzfristige Unterrichtsausfall aufgefangen. Diese Politik will die CDU fortführen. In der kommenden Legislaturperiode sollen 2.500 zusätzliche Stellen an den Schulen geschaffen werden, kündigte Ministerpräsident Roland Koch an. Die CDU spricht sich für das gegliederte Schulwesen aus. “Nur so können unsere Kinder gemäß ihren Begabungen und individuellen Talenten gefördert werden”, erklärt der hessische CDU-Chef. Nach der “Beendigung des Unterrichtsnotstandes” und der Einführung von einheitlichen Schulabschlüssen und vergleichenden Tests in der abgelaufenen Wahlperiode werde die Arbeit der kommenden Jahre im Zeichen der zunehmenden Eigenverantwortung der Schulen und freiwilligen ganztägigen Schulangeboten stehen. Die Hauptschule soll ein neues Profil „als praxisorientierte Schulform“ bekommen, mit der die Schulabbrecherrate weiter gesenkt werden soll.

SPD

Die SPD ist gegen das so genannte Turbo-Abi. „Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit in der Mittelstufe wird aufgehoben, G 8 wird beendet“, heißt es im Regierungsprogramm. Stattdessen treten die Sozialdemokraten für eine „Flexibilisierung der gymnasialen Oberstufe“ ein. „Schnell lernende Kinder sollen auch schneller voranschreiten, langsam lernende Kinder sollen sich mehr Zeit lassen können“. Das gleiche Prinzip gilt auch in der Grundschule: Die SPD will „die ersten zwei Schuljahre zu einer Schuleingangsstufe weiterentwickeln, in der Kinder je nach Entwicklungsstand zwischen ein und drei Jahren bleiben können“. Die von der CDU eingeführte „Unterrichtsgarantie plus“ hält die SPD für eine Fehlentwicklung. „Wir werden den Schulen ein Gesamtbudget zur Verfügung stellen, aus dem sie eigenständig Personal- und Sachmittelaufwendungen bestreiten“, heißt es dazu. Die Sozialdemokraten setzen sich für längeres gemeinsames Lernen der Schüler ein. „Daher streben wir eine Schulstruktur an, in der alle weiterführenden Schulen bis zur Klasse 10 eine gemeinsame Mittelstufe anbieten“. Längeres gemeinsames Lernen und Ganztagsschulangebote gehören für die SPD zusammen. “Deshalb halten wir an dem Ziel eines Ausbaus der Ganztagsschulen fest. Jedem Kind soll wohnortnah eine ganztägig arbeitende Schule angeboten werden”. Die von der CDU-Regierung eingeführten Studiengebühren will die SPD innerhalb der ersten 100 Tage ihrer Regierungszeit wieder abschaffen. Der Zugang zu Hochschulen müsse für alle unabhängig vom Geldbeutel der Eltern möglich sein, heißt es im Regierungsprogramm der hessischen Sozialdemokraten.  

Grüne

Die Grünen streben eine “Neue Schule” an. 1.000 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer sollen eingestellt und den Schulen ein zusätzliches Budget von 50 Euro pro Schülerin bzw. Schüler und Jahr für die pädagogische Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Damit wollen die Grünen die Voraussetzungen schaffen für mehr individuelle Förderung, längeres gemeinsames Lernen, echte Ganztagsschulen, kleinere Klassen, eine bessere Verzahnung von Schule mit der Jugend- und Sozialarbeit sowie mehr Selbstbestimmung für die Schulen.
Die Grünen wollen einen Rechtsanspruch für alle Kinder in Hessen auf Betreuung vom ersten Lebensjahr an durchsetzen und allen Kindern die gleichen Entwicklungschancen bieten. Ein Sofortprogramm “Mehr Erzieherinnen und Erzieher” soll für ausreichend qualifiziertes Personal sorgen. Die Verschulung des letzten Kindergartenjahres lehnen die Grünen ab. Flexible Eingangsstufen an Grundschulen sollen dem unterschiedlichen Entwicklungsstand jedes Kindes besser gerecht werden. Individuelle Fördermaßnahmen sollen für gleiche Startchancen sorgen.
Die Grünen treten für die Kostenfreiheit aller Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote ein. Die Studiengebühren sollen wieder abgeschafft und den Hochschulen das Gebührenaufkommen aus dem Landeshaushalt ersetzt werden. Die internationale Kooperation hessischer Hochschulen soll ausgebaut, ihre Autonomie gestärkt werden. Studenten sollen mehr Mitsprache erhalten.
 

FDP

“Alle Kinder und Jugendliche sollen eine nach Neigung und Begabung bestmögliche Bildung erhalten”, formuliert die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Dorothea Henzler, das Ziel liberaler Bildungspolitik. Um die Chancengleichheit zu erhöhen, will die FDP ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle Fünfjährigen einführen. Die bestehenden Bildungsgänge und Schulformen sollen beibehalten werden. Daneben sollen die Schulen mehr Freiheit haben, Unterricht und Schulalltag eigenverantwortlich zu gestalten. Schulassistenten sollen die Lehrkräfte unterstützen. Die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers soll dabei im Vordergrund stehen. Um den Schülern mehr Zeit zum Lernen zu geben, fordert die FDP mehr Ganztagsschulen und – angebote. In der beruflichen Bildung seien Ausbildungsgänge als einzelne Module anzubieten, um je nach individueller Fähigkeit allen Auszubildenden einen beruflichen Abschluss zu ermöglichen. Die Autonomie der Hochschulen und der Wettbewerb untereinander muss nach Überzeugung der Liberalen ausgebaut, die Nachwuchsförderung muss verbessert werden. Die zentrale Vergabe von Studienplätzen (ZVS) soll abgeschafft werden. Zur Finanzierung der Hochschulen fordert die FDP ein “Drei-Säulen-Modell” aus staatlicher Grundfinanzierung, Studiengebühren und Eigenvermögensaufbau. Im Wettbewerb um Studierende soll jede Hochschule selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe sie für zusätzliche Leistungen Studiengebühren erhebt.  

REP

Unter dem Motto „Bildungsoffensive für Hessen“ setzt sich die Partei in ihrem Wahlprogramm dafür ein, zusammen mit der Wirtschaft Bildungsziele festzulegen. Die Republikaner lehnen das Turbo-Abitur ab und fordern die Wiedereinführung der alten Rechtschreibung. In Kindergärten und Schulen sollten die „christlich-abendländischen Bräuche und Werte“ vermittelt werden. Außerdem spricht sich die Partei für den Erhalt deutscher Bildungsabschlüsse wie Diplom und Meister aus.  

Die Linke

Die Linke fordert gebührenfreie Kindertagesstätten und das gemeinsame Lernen aller Schüler in einer Gemeinschaftsschule bis zur Klassenstufe 10. Die Schulzeitverkürzung , G Acht, wird abgelehnt. Die Partei setzt sich für Ganztagsschulen ein. Notwendig seien Unterrichtsstunden zur gezielten Förderung. Schulen sollen mehr Freiräume erhalten. “Mit der Reduktion verbindlicher Lehrplaninhalte muss ein Ende der ‚Testeritis‘ durch Vergleichsarbeiten und normierende Abschlussprüfungen, wie das Zentralabitur, einhergehen”, heißt es in dem Parteiprogramm. Die “Unterrichtsgarantie plus” wird abgelehnt. Der Mangel an Pädagogen werde dadurch offensichtlich. Aufzubauen sei eine “qualifizierte zehnprozentige Vertretungsreserve”. In der Hochschulpolitik fordert die Linke eine drittelparitätische Selbstverwaltung der Hochschulen. Stiftungsuniversitäten lehnt sie ab. Die Partei wendet sich gegen Studiengebühren. “Studiengebühren vertiefen die sozialen Unterschiede und fördern nur das Studium der Reichen”, heißt es in dem Programm.

(Quelle: www.hr-online.de )

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